Fragen zur Fußbodenheizung.

Ehrliche Antworten rund ums Fräsen und Nachrüsten von Fußbodenheizung, Wand- und Deckenheizung – von der Machbarkeit über Dauer und Staub bis zur Frage, welche Flächenheizung zu Ihrem Zuhause passt.

Geht das bei mir?

Woher weiß ich, ob man bei mir eine Fußbodenheizung fräsen kann?

Eine erste Einschätzung ist oft schon per Foto und ein paar Angaben möglich: Baujahr, Estrichart (falls bekannt), Bodenbelag und ob eine Trittschalldämmung vorhanden ist. In den meisten Bestandsgebäuden mit Zement- oder Anhydritestrich ist das Fräsen möglich.

Sicher wissen kann man es erst mit einem Blick in den Boden. Dafür gibt es die Machbarkeitsstudie vor Ort: Mit Probebohrungen werden Estrichart, Estrichdicke und Untergrund geprüft. Danach wissen Sie, ob Fräsen funktioniert oder ob eine Wand- oder Deckenheizung besser passt. Bei anschließender Beauftragung wird der Betrag vollständig angerechnet.

In welche Materialien kann man Heizkanäle fräsen?

Am besten geeignet sind Zementestrich und Calciumsulfat- bzw. Anhydritestrich, die im Wohnungsbau am häufigsten verbaut sind. Die Nut wird so tief gefräst, dass das Heizrohr bündig mit der Estrichoberfläche abschließt – die genaue Tiefe hängt vom verwendeten Rohr ab. So liegt die Wärme unmittelbar unter dem Bodenbelag.

Entscheidend ist die Estrichdicke: In der Regel sollte der Estrich mindestens 4 cm dick sein. In manchen Fällen ist Fräsen schon ab 3,5 cm möglich – das wird bei der Machbarkeitsstudie genau untersucht und mit Ihnen besprochen.

Und die anderen Untergründe?

Ist eine Fußbodenheizung nicht möglich, planen wir gemeinsam eine Wand- oder Deckenheizung als Alternative.

Ist eine Stufe oder ein Höhenunterschied ein Problem?

In der Regel nicht. Weil die Kanäle in den vorhandenen Estrich gefräst werden, entsteht keine zusätzliche Aufbauhöhe – Türen müssen nicht gekürzt werden, und es entstehen keine neuen Stufen.

Gibt es einen Absatz oder eine Kante, etwa zwischen zwei Räumen, wird jede Stelle einzeln gelöst. Entscheidend ist die Höhe des Versatzes:

Auch eine richtige Stufe im Raum, zum Beispiel zu einem Podest, ist kein Ausschlussgrund. Das Rohr wird dann wie bei einem großen Versatz durch die Stufe geführt. Bei größeren Flächen kann es sinnvoll sein, obere und untere Ebene als getrennte Heizkreise zu planen. Voraussetzung ist, dass der Estrich auf beiden Ebenen dick genug zum Fräsen ist – das prüfen wir bei der Machbarkeitsstudie.

Welche Flächenheizung passt?

Welche Flächenheizung eignet sich für mein Haus oder meine Wohnung?

Das hängt vor allem vom Boden, von den freien Flächen und vom Wärmebedarf des Raums ab.

Ob die Heizfläche für Ihren Wärmebedarf reicht, sollte mit einer Heizlastberechnung durch Ihren Heizungsplaner oder SHK-Fachbetrieb abgesichert werden. Bei der Machbarkeitsstudie erhalten Sie dazu eine ehrliche Empfehlung.

Welche Vorteile haben Fußboden-, Wand- und Deckenheizung?

Allen gemeinsam: Sie arbeiten mit niedrigen Vorlauftemperaturen, eignen sich deshalb gut für Wärmepumpen und erzeugen angenehme Strahlungswärme ohne sichtbare Heizkörper. Und mit allen drei Systemen lässt sich im Sommer auch kühlen – mit einer passenden Wärmepumpe und einer Taupunktüberwachung, die Ihr SHK-Fachbetrieb einrichtet.

Der größte Unterschied liegt in der Trägheit, also darin, wie schnell die Heizung auf eine Änderung reagiert:

Ist eine Fußbodenheizung mit meinem Wärmeerzeuger möglich?

Ja. Fußboden-, Wand- und Deckenheizung brauchen nur niedrige Vorlauftemperaturen, meist 30 bis 35 °C. Das liefern alle gängigen Wärmeerzeuger:

Hängen noch Heizkörper im System, muss der Wärmeerzeuger weiter mit hoher Vorlauftemperatur laufen. Dann wird vor dem Heizkreisverteiler ein Festwertregelset eingebaut. Es mischt Rücklaufwasser bei und hält die Fußbodenheizung konstant auf der eingestellten Vorlauftemperatur.

Die Einbindung des Wärmeerzeugers übernimmt Ihr SHK-Fachbetrieb. Wir schließen die Heizkreise am Heizkreisverteiler an und stimmen uns mit ihm ab.

Welche Flächenheizung ist die beste für Allergiker?

Für Allergiker sind Flächenheizungen grundsätzlich angenehmer als klassische Heizkörper. Heizkörper erwärmen vor allem die Luft: Sie steigt auf, kühlt ab und wirbelt dabei Hausstaub, Pollen und Tierhaare durch den Raum. Flächenheizungen geben ihre Wärme überwiegend als Strahlung ab – die Luft bewegt sich deutlich weniger. Außerdem fallen die Heizkörper als Staubfänger weg.

Am wenigsten Luftbewegung erzeugen Wand- und Deckenheizung, weil sie den höchsten Strahlungsanteil haben. Eine Wandheizung hält zudem die Wandoberfläche warm und trocken, was Schimmel an kalten Außenwänden vorbeugen kann. Auch die Fußbodenheizung ist eine gute Wahl: Durch die niedrige Oberflächentemperatur verschwelt kein Staub, wie es an heißen Heizkörpern passiert. Glatte Bodenbeläge statt Teppich unterstützen das zusätzlich.

Eine ärztliche Beratung ersetzt das nicht – aber wer auf Hausstaub reagiert, ist mit jeder der drei Flächenheizungen in der Regel besser dran als mit Heizkörpern.

Kosten, Dauer, Baustelle

Ist Fußbodenheizung fräsen wirklich günstiger als ein neuer Estrich?

Ja – vor allem, weil viel Arbeit wegfällt. Beim klassischen Weg wird der alte Estrich herausgestemmt und entsorgt, dann kommen neue Dämmung, Rohre und ein neuer Estrich, der mehrere Wochen trocknen muss, bevor der Belag darauf darf. Beim Fräsen bleibt der vorhandene Estrich liegen: kein Abbruch, kaum Bauschutt, keine neue Aufbauhöhe und keine wochenlange Estrichtrocknung.

Ob Fräsen bei Ihnen möglich ist, prüfen wir bei der Machbarkeitsstudie direkt vor Ort. Ist es nicht möglich, schauen wir uns gemeinsam die Alternativen an: eine Wand- oder Deckenheizung im Trockenbau, bei der der Boden unberührt bleibt.

Wie lange dauert das Fräsen einer Fußbodenheizung?

Da kein Objekt dem anderen gleicht, lässt sich das nicht pauschal sagen. Als Richtwert schaffen wir beim Fräsen etwa 80 bis 100 m² am Tag. Danach folgen Rohrverlegung, Anschluss am Heizkreisverteiler, Dichtheitsprüfung und das Einschlemmen der Kanäle.

Ihr Bodenleger kann oft schon 24 Stunden nach Abschluss unserer Arbeiten weitermachen – ein großer Unterschied zu einem neuen Estrich, der mehrere Wochen trocknen muss. Gern stimmen wir uns direkt mit Ihrem Bodenleger ab, damit alles nahtlos ineinandergreift. Einen konkreten Zeitplan erhalten Sie mit dem Angebot.

Wie staubig ist das Fräsen?

Beim Fräsen von Estrich entsteht Staub – das lässt sich nicht schönreden. Er wird aber direkt an der Fräse abgesaugt: mit einem Industriesauger der Staubklasse H, der höchsten Klasse für Baustaub, die auch für feinen Quarzstaub zugelassen ist. Ein vorgeschalteter Zyklonabscheider holt den groben Staub schon vorher aus dem Luftstrom, und der Filter wird während der Arbeit regelmäßig freigeblasen, damit die Saugleistung konstant hoch bleibt. So bleibt die Arbeit sehr staubarm.

Das Abdecken und Abtrennen angrenzender Bereiche, etwa mit Folie oder Staubschutzwänden, übernehmen Sie als Bauherr oder ein anderes Gewerk – bei Bedarf sprechen wir das vorab gemeinsam ab. Persönliche Gegenstände sollten vor Beginn aus dem Raum.

Was passiert mit dem Fräsgut und Bauschutt?

Darum kümmern wir uns. Das Fräsgut wird direkt beim Fräsen von der Absaugung aufgenommen, gesammelt und von uns abtransportiert – das ist im Preis inbegriffen. Sie müssen sich um nichts kümmern.

Weil beim Fräsen nur die Kanäle herausgenommen werden, fällt ohnehin nur ein Bruchteil des Schutts an, der bei einem kompletten Estrich-Abbruch entstehen würde.

Sonderfälle

Macht es Sinn, im Neubau eine Fußbodenheizung zu fräsen?

Ja – und das ist inzwischen sogar ein gängiger Weg. Statt die Rohre klassisch auf Tackerplatten oder Systemfolie zu verlegen und dann den Estrich darüber zu gießen, wird zuerst ein normaler Estrich eingebracht und die Fußbodenheizung anschließend eingefräst.

Das hat zwei Vorteile:

Natürlich ist Fräsen auch dann die Lösung, wenn der Estrich schon liegt und die Fußbodenheizung erst später dazukommen soll – etwa bei einer Planänderung, einem übernommenen Rohbau oder einem Fertighaus ohne Fußbodenheizung. Wichtig ist, dass der Estrich vor dem Fräsen ausreichend ausgehärtet ist. Den passenden Zeitpunkt stimmen wir gern früh mit Ihnen und Ihrem Estrichleger ab.